Irgendwann blieb ich stehen und spürte wie sein Fell das meine streifte. Ich drehte meinen Kopf zu ihm und sah ihn aus meinen tiefblauen Augen an“ Was willst du Azzuen? Ich kann mich nicht für mein Leben entschuldigen oder für die Dinge die ich getan habe, denn sie sind Vergangenheit und machen mich zu dem was ich bin“ sagte ich leise und sah kurz zu den Anderen. Heji beobachtete uns erneut, doch sie näherte sich nicht und war schon bald zwischen dem Rudel verschwunden.“ Das ist mein Problem, Tayra. Ich hab dich all die Jahre beobachtet, wie du herangewachsen bist, doch es schien so als hättest du mich vergessen. Ich wollte dich besuchen kommen und mich entschuldigen, doch dafür gibt es keine Entschuldigung. Ich habe dein Leben verändert, wenn nicht gar ruiniert. Ich habe dich dann verlassen als du mich am ehesten gebraucht hast und doch stehst du jetzt vor mir und fragst dich was du falsch gemacht hast, Tayra.“ Ich lächelte leicht und setzte mich“ Ich hätte dich suchen sollen und nicht nur hoffen, dass du irgendwann wieder zurück kommst um mich zu erlösen. Ich hätte tiefer in die Wälder gehen sollen, anstatt mich bei Neumond ängstlich unter der Decke zu verkriechen weil ich alleine war. Du hast mein Leben nicht ruiniert, sondern mir das zweit schönste Geschenk auf Erden gegeben. Nämlich ein Leben indem mich keiner verurteilt für das was ich bin, zumindest nicht für den animalischen Teil in mir.“ Ich entdeckte nun auch in seinen Augen ein Lächeln und als er einen Schritt auf mich zu ging spürte ich wie mein Herz schneller schlug. Doch bevor einer von uns etwas sagen konnte, tauchte die Fähe auf die ich vor der Höhle angeknurrt hatte. Ihr Name war Iku und sie war eine sehr ehrgeizige aber auch hübsche Fähe. Sie strebte anscheinend schon seit langem an, die nächste Alpha-Fähe zu werden und stellte sich zwischen uns.“ Ach hallo Azzuen. Ich wollte dir doch noch den tollen Platz zeigen von dem ich dir erzählt habe“ bellte sie in einem schmeichlerischen Ton und ich verdrehte kurz die Augen und verschwand. Ich lief in Richtung Fluss um mich zu säubern und etwas zu trinken, während ich Azzuen mit Iku allein ließ. Nach einer Weile spürte ich wieder meine Wunden und die Müdigkeit die mit den Schmerzen kam, überrannte mich schon fast. Mein Fell war nun sauber und mein Hunger gestillt. Ich fand überraschend leicht die Höhle wieder in der ich erwacht war und legte mich in die dunkelste Ecke der Höhle. Nach nur kurzer Zeit war ich eingeschlafen und ich bemerkte gar nicht mehr wie Azzuen hereinschaute um mir gute Nacht zu wünschen und mir über die Wange leckte, ehe er sich in seinen kleinen Bau verzog. Ich schlief in jener Nacht traumlos.
Erst als die Dämmerung schon einbrach erwachte ich aus meinem Schlaf und spürte ein aufgeregtes Kribbeln. Das Rudel war nun aktiver da die Dunkelheit endlich eingebrochen war und bereitete sich auf die Jagd vor. Unter ihnen befand sich auch Azzuen, doch er würdigte mich keines Blickes. Eine ältere Fähe namens Alenkra stellte sich mir vor und stellte mich den anderen Rudelmitgliedern vor. Da die Welpen nun nicht mehr von ihren Müttern gebändigt wurden stellten sie mir hunderte von Fragen und dass auch noch auf einmal! Ich beantwortete ein paar ehe mich Heji zu sich rief und ich mich der Gruppe mit ihr, Ruuqo, einigen guten Jägern und Azzuen näherte. Die zwei großen Rüden die zuvor noch in einer Diskussion vertieft waren, verstummten nun und machten mir platz. Mein Fell war noch immer von den Spuren des Kampfes verseht, doch so auch Azzuens. Ich hatte nicht die Kraft gehabt mich zu putzen, doch das schien niemand zu stören. Sie versuchten mir die Jagdtechnik des Rudels zu erklären, doch es waren zu viele Informationen auf einmal, weswegen die Alpha mit einem liebevollen Lächeln sagte, ich solle einfach bei einen von ihnen bleiben, damit mir nichts geschah. Das Rudel war sehr aufgeregt und die Vorfreude ergriff auch mich, es war das erste Mal dass ich mich nicht verstellen musste um hineinzupassen. Jeder war nun freundlich zu mir und ständig riefen einige meinen Namen, besonders die Welpen hatten Spaß daran mich damit zu quälen und so verbrachte ich die Zeit vor dem Aufbruch damit, mit den Welpen zu spielen und ihnen Geschichten aus meinem früheren Leben zu erzählen. Als der Mond die Kronen der Bäume erreicht hatte brach das Rudel schließlich zur Jagd auf. Das Rudel war wie eine Einheit und erlegte in jener Nacht zwei Rehkühe, die Welpen waren mit ein paar Babysittern zurück geblieben und obwohl ich bei der Jagd nicht gerade vom Nutzen war, bekam auch ich einen Anteil an der Beute. Ich hatte nicht sonderlich viel Hunger, weswegen ich die Hälfte an die Jungwölfe verschenkte sie sich darum prügelten und versuchten mir zu imponieren. Die Babysitter der Welpen schienen nervlich ziemlich am Ende zu sein als sie auf die Beute zugingen und ihnen die Schar aufgeregt folgte. Ich verkniff mir ein Lachen und blickte zu Azzuen hinüber. Erst jetzt viel mir auf dass er mich beobachtete und ich blickte auf die Beute ehe ich ging. Ich versuchte ihm tatsächlich aus dem Weg zu gehen, doch dieses Mal folgte er mir und ließ sich nicht einfach abschütteln.
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Das nächste was ich sah, war der Sonnenaufgang.Jedoch befand ich mich nicht in meinem Bett sondern in einer Höhle; was war nur geschehen? Meine Erinnerungen wollten nur schleierhaft zurückkehren und mein Kopf dröhnte noch von den gestrigen Ereignissen. Im Licht der Sonne erschien nun eine Person. Ich kniff meine Augen zusammen und versuchte die Person zu erkennen, jedoch war ich von dem Sonnenlicht zu stark geblendet und senkte meinen Kopf erschöpft wieder in den weichen Staub.Als sich die Fähe näherte erkannte ich das Rotbraune Fell und die grünen Augen.Grüne Augen die sie ihrem Sohn vererbt hatte,stellte ich bitter fest als ich das Gesicht der Alpha auf mich zukommen sah. Ich rechnete damit, dass sie mich jetzt töten würde.Sie war zwar schon älter doch ihr Gang war voller Kraft und Eleganz, ich sah eh schon bildlich vor meinem inneren Auge wie sie mich packen würde bis mir entweder das Genick brach oder ich meinen Wunden erlag. Doch, sie tat dies nicht.Die Alphafähe setzte sich vor mich hin und musterte mich eine Weile, in ihren Augen lag kein Hass, keine Gefahr. Sie hatte die Augen einer Mutter die langsam müde wurde.”Was ist dein Name junge Fähe?”fragte sie mich nun und ich erwachte und kehrte in die Realität zurück.Es war eine wahre Idylle, die Sonne erwärmte mich und hielt mich warm,der Staub war weich und kitzelte in der Nase und bis jetzt war ich noch nicht Tod.”Mein Name ist Tayra, wehrte Alpha”wisperte ich leise und merkte erst jetzt wie trocken meine Kehle war und hob ein Stück den Kopf.”Wi..Wie bin ich hier gelandet und was ist letzte Nacht geschehen?”Die Alpha sah mich leicht verwirrt an und legte den Kopf schief”Erinnerst du dich an nichts? Ruuqo hatte dich hierher gebracht,da du nach dem Kampf mit Azzuen zusammengebrochen bist. Ihr beide saht nicht gut aus. Ich möchte mich auch für meinen Sohn entschuldigen, er ist sehr beschützerisch wenn es um seinen Vater geht.” Ich glaubte in ihren Zügen ein leichtes Lächeln zu erkennen und setzte mich auf.Komischerweise stoß ich mir nicht wie erwartet den Kopf an,sondern kippte nur fast vor Schwindel um. Als mein Körper sich langsam daran gewöhnt hatte blickte ich an mir runter. Ich sah weißes Fell,dass noch Spuren von Dreck und etwas Blut in sich trug und schloss die Augen. Ich hatte es tatsächlich geschafft. In dieser Form hatte ich vielleicht ein Leben vor mir, schoss es mir in den Kopf als mir die Worte der Alpha noch in Gedanken folgten-Ihr beide habt nicht gut ausgesehen…Ruuqo hat dich zu uns gebracht-. Ich blickte der Alpha nun direkt in die Augen” Was ist dein Name,Alpha und darf ich mich draußen umsehn?Ich könnte die Bewegung vertragen und würde mich gerne persöhnlich bei Ruuqo bedanken und mich bei Azzuen entschuldigen”.Die Alphafähe lächelte aufrichtig”Mein Name ist Heji und natürlich darfst du das.Bis deine Wunden verheilt sind und wir dich etwas kennen gelernt haben, bist du ein Teil dieses Rudels. Danach werden wir entscheiden ob du bleiben darfst, aber keine Sorge, bis dahin hast du noch Zeit”Ich lächelte schwach und verließ noch etwas taumelnd die Höhle. Die angenehme Kühlheit die mich in der Höhle umgeben hatte,war nun weg und die Sonne griff mich direkt an. Es dauerte eine Weile bis ich mich orientieren konnte und so folgte ich meiner Schnauze. Die Blicke des Rudels lagen auf mir,doch ich ignorierte sie. Ein kleiner Welpe ergriff die Flucht vor mir und ließ sein Stöckchen vor Angst einfach fallen, sodass er schneller war.Ich seuftzte leicht und folgte Azzuensduft, bis ich an einer Höhle ankam,die der meinen sehr ähnlich schien.Jedoch war an seiner eine Fähe zur Wache aufgestellt.Als ich mich näherte versperrte sie mir den Weg und knurrte. Man sah den Hass in ihren Augen und die Angst,die sie zu verdecken versuchte.Ich hatte mich mit dem Sohn des Alphas angelegt und war nicht gerade eine schlechte Kämpferin gewesen wie es schien,denn als ich leicht knurrte und meine Leftzen etwas zurückzog ließ sie mich sofort passieren. Erneut erfasste mich eine feste Dunkelheit,doch ich hörte die Stimme des Alphas,die mich tiefer in die Höhle leitete und schon bald hatten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt. Azzuen lag mit einem breiten Kratzer auf der rechten Seite im Staub und funkelte mich an. Hätte er die Kraft gehabt wär er wahrscheinlich aufgesprungen und hätte mich angefallen, zum Glück aber besaß er diese nicht. Ich wendete nach einer Weile den Blick von ihm ab und sah zu Ruuqo,der mich schon seit dem eintreten der Höhle beobachtete.Was dachte der Alpha nun von mir? und von seinem Sohn. Der Alpha blieb stumm und schien Nachdenklich. Seine dunklen Augen verschmolzen schon fast mit seinem Fell und der Dunkelheit. Er schien anscheinend nicht die richtigen Worte zu finden und lief an mir vorbei, hinaus aus der Höhle und ließ mich somit mit Azzuen allein zurück. Azzuen hatte mich die ganze Zeit über angesehen und erhob sich nun. Auch er schwankte stark und gerade als er mit gebrochenen Stolz an mir vorbeilaufen wollte knickten seine Vorderläufe ein und er fiel auf mich. Instinktiv stütze ich ihn und versuchte dabei nicht auf seine Wunde zu drücken, doch der einzigste Dank dafür den ich bekam war ein Knurren. Nach ein paar Momenten ging er einige Schritte zurück und sah mich weiterhin an. Ich wusste nicht genau was in ihm vorging, doch in seinen Augen lag gekränkter Stolz und nicht der Schmerz der Wunden. Ich musterte ihn und es wunderte mich wie viele Wunden er doch hatte, Wunden die ich ihm zugefügt hatte. Er drehte sich etwas weg und knurrte leicht, sodass die große an seiner Seite verdeckt wurde und versuchte meinen Blick auf zu fangen, doch den hätte er auch ohne die Bewegung gehabt. Seine Stimme war leise, doch das Echo hallte an den kahlen Wänden der Höhle nieder und verstärkte sie“ Was willst du noch hier, Tayra? Reicht es dir nicht mein Ansehen, meinen Stolz und meinen Körper zu brechen? Musst du mich auch jetzt noch heimsuchen und weiterhin verletzen?“ Ich schluckte schwer, ich hätte nie gedacht dass ihn die paar Verletzungen etwas ausmachen würden. Doch er hatte den selben Stolz wie ich; unglaublich selbstsicher und provozierend, jedoch so leicht zu verletzen. Ich blieb stumm und blickte in seine grünen Augen die aus der Dunkelheit heraus stachen. Ich wollte meinen Blick abwenden, doch die Art wie er mich ansah tat weh, denn genauso hatte ich ihm hinterher gesehen als er mich damals verlassen hatte. Ich ging einen Schritt auf ihn zu und wollte etwas sagen, aber war dazu nicht im Stande. Bevor er mich aufhalten konnte war ich aus der Höhle geflohen und blieb dann einige Meter entfernt vom Eingang der Höhle stehen und sah kurz zurück. Ich hob den Kopf in die Höhe um den Eindruck zu erwecken stolz und glücklich zu sein und lief jedoch zu langsam über die Lichtung. Heji die Alphafähe hatte mich beobachtet und blickte nun zwischen mir und der Höhle ihres Sohnes hin und her, doch bevor sie sich große Gedanken machen konnte, waren die Welpen schon über sie hergefallen und wollten spielen. Irgendwo unter dem Schutz einer Kiefer setzte ich mich dann hin und blickte zum Rudel. Einige von ihnen beobachteten mich, doch sobald ich sie ansah blickten sie in die Ferne. Eine Weile lang genoss ich das Schauspiel der Welpen wie sie ohne Sorgen im Dreck rumbalgten und so lebten als würde die Welt ein Paradies sein, ohne Probleme und ohne Streit. Sie erinnerten mich an meine erste Begegnung mit Azzuen. Damals war ich auf der Schaukel im Garten unseres Hauses gewesen und er war aus dem Wald erschienen. Er hatte mit mir gespielt und mich immer wieder besucht, dann eines Tages hatte er mich aus versehen gebissen und war seit dem nie wieder gekommen. Erst jetzt wurde mir bewusst wie sehr er mich zu der Zeit geprägt hatte und ich fragte mich was er nun empfand. Meine neuen Sinne halfen mir zwar meine Umwelt besser wahrzunehmen doch er war für mich wie ein verschlossenes Buch. Ich war neugierig und wollte die Anderen kennen lernen, ihnen die scheu vor mir nehmen, doch gleichzeitig wollte ich gehen. Ich wollte Azzuen nie wieder sehen und doch wünschte sich etwas tief in mir hier zu bleiben und von ihnen zu lernen, mit Azzuen durch die Wälder zu jagen, gemeinsam zu lachen und zu leben. Erneut musste ich seufzen und als ein Falke über meinen Kopf zur Sonne hin flog, schloss ich die Augen und gab mich den Geräuschen der Natur hin, nur um nicht mehr Nachzudenken.
Ich streifte verloren durch die dichten Wälder,die am Ende unserer Stadt anfingen und sah mich um.In das Licht des Vollmondes getaucht wirkte der Wald verzaubert und das sanfte silberne Licht erfüllte nun auch mich. Es war dieses Gefühl der Freiheit,in der Nacht aus meinem Zimmer zu steigen und hinaus in die Wälder zu gehen;um mit den Fischen zu schwimmen und mit den Falken um die Wette zu rennen.Doch heute Nacht war der Wald wie ausgestorben,selbst ich spürte die Veränderung.Die die sonst so warme Juli-Luft wurde nun mit jedem Schritt kälter und dann roch ich es;Blut. Ich näherte mich möglichst leise den Geräuschen in die mich der Blutgeruch leitete. Als ich ein Knacken im Unterholz vernahm,drehte ich mich kurz um,doch da war nichts.Als ich wieder nach vorne blickte stand ein Junge vor mir, ca. 17 und starrte mich aus tief grünen Augen an. Ich taumelte vor Schreck einige Schritte zurück,denn diese Augen waren nicht menschlich,sie waren animalisch, wild und voller Gefühl. Nur dumpf vernahm ich sein Knurren und senkte ein Stück den Kopf,doch lies ihn nicht aus den Augen.Es wunderte mich einen von ihnen in dieser Gestalt zu treffen und ich musste leicht Lächeln,obwohl ich in Lebensgefahr schwebte.”Was suchst du hier Mensch?!”fragte er barsch mit seiner tiefen Stimme und sah mich finster an.Dies war ihr Wald,doch am Tage konnten sie uns nicht verjagen,wenn ihnen ihre Leben etwas Wert waren.Nun aber war es Nacht und es war eigentlich sogar verboten hier zu sein.”Ich bin dem Mond gefolgt,so wie jeden Monat,doch er verändert stätig seine Koordinaten und es wird immer schwerer dem Alltag zu entfliehen”antwortete ich mit einer möglichst gefassten Stimme;doch er knurrte nurnoch lauter. Ich wusste welcher von ihnen es war, ich erkannte es an seinen grünen Augen. Er war der Sohn des Alphas;kräftig und ein ausgezeichneter Jäger, jedoch kaltherzig und erbarmungslos.Ich hob meinen Kopf wieder,da er nichts erwiederte und ging ein paar Schritte auf ihn zu,doch er wich zurück und hob warnend die Hand. Er sprach leise doch bestimmt:”Du gehörst nicht zu uns und wirst es auch niemals, versteh das endlich. Du wurdest nichtnur aus deiner Welt verstoßen, sondern auch aus unserer also geh jetzt bitte, Tayra.”,Das ist nicht wahr!”bellte ich schon fast zurück und funkelte ihn böse an, ein Fehler wenn man bedenkt dass er mich auf der Stelle hätte töten können,jedoch voller menschlichem Stolz”Du weisst wer und was ich bin Azzuen. Du hast es den Anderen nie erzählt, weil ich dich darum gebeten habe und ich bin so wegen dir. Du hast mich damals im Welpenalter gebissen und bist dann verschwunden, ich habe gedacht du warst nur eine Illusion, doch jetzt sehe ich dich nach 10 Jahren wieder und du hast dich kein Stück verändert. Du verdankst mir deinen Namen und deinen Rang vergiss das nicht.” Eine Weile lang funkelten wir uns böse an,doch dann tauchte eine etwas größere Gestalt auf, sie hatte braunes Haar, dass durch die vielen Jahre schon langsam grau wurde und fast schwarze Augen. Es war sein Vater, der mich nun musterte. Sein Blick war skeptisch und ich spürte wie meine Haut anfing zu kribbeln als er mir direkt in die Augen sah” Du bist ein wertloser Mensch, ohne Bedeutung für uns also geh” hörte ich das Echo in meinen Ohren als er sich umdrehte und ging.Der Alpha der Gruppe war noch nie eine Person großer Worte gewesen,jedoch sollte man ihn nicht unterschätzen. Doch ich konnte es nicht so einfach enden lassen und wollte ihm folgen,doch Azzuen stellte sich mir in den Weg und knurrte,doch ich stieß ihn beiseite, woraufhin er mich anfiel. Er hatte übernatürliche Kräfte und befand sich schon bald in seiner Wolfsgestalt,ich dagegen war fast hilflos. Ich spürte wie sich seine Kiefer tödlich um meine Kehle schlossen und die Umwelt sich verfinsterte. Mein Körper schien mich zu verstoßen und plötzlich spürte ich die Wut in mir hockommen,doch diese Wut war alt und genauso animalisch. Sie zog mich zu sich und schon bald war ich in ihr gefangen.Ich wusste nicht genau was geschah,aber es fühlte sich so an als würde ich explodieren. -Copyright by Jasmin J.
Es war ein kalter Morgen als meine Freundin mich wie üblich zur Schule abholte.Der Schnee war schon geschmolzen ,doch der Frost der sich in den Ästen der Bäume und den Dächern der Wägen abgesetzt hatte, offenbarte wie der Frühling nun doch langsam aus seiner Ruhe erwachte.Teils noch im Halbschlaf und teilweise auch einfach nur tief in Gedanken versunken,versuchte ich meiner Freundin zu zuhören,doch ihre Worte waren in dem Moment ohne Belang, eingespeichert in meinen Erinnerungen und doch verstand ich ihren Zusammenhang nicht.An der Kreuzung blieben wir stehen und ich vergrub mein Gesicht tief in meinen grünen weichen Schal, als eine Windböe meine dunkelbraunen Haare verspielt nach hinten warf.Die ersten Sonnenstrahlen tasteten sich auf dem Asphalt vor und kitzelten angenehm warm auf der Haut,ließen meine braunen Augen aufleuchten,indenen man nun die dunkelbraunen Sprenkel erkennen konnte,die sonst niemals jemand aufgefallen waren außer meiner besten Freundin und gab schenkte mir einen Hauch von Freiheit. Als meine Freundin mich mit dem Ellenbogen leicht anstieß,damit ich endlich kam,lief ich fast schon apathisch über die Kreuzung und setzte den Weg zur Schule fort,ein Weg den ich mittlerweile sogar schon in meinen Träumen langlief. Wir holten auf dem Weg noch eine weitere Freunde ab und grüßten uns bekannte Gesichter bei der Filharmonie,doch sie waren an jenem Morgen für mich uninteressant.Sobald ich Motorengeräusche vernahm blickte ich erwartungsvoll in die Richtung,doch meine Hoffnungen wurden wie immer zu Boden geschmettert,soviele Gesichter,doch nicht einmal dass eine wo ich suchte.Es schmerzte schon fast, immer wieder das selbe zu fühlen.
-> Copyright by Jasmin J.
März; zum ersten Mal seit Monaten trifft mich die noch zarte Wärme der ersten Sonnenstrahlen und ich erwache nun endgültig aus dem scheinbar unendlichen Winterschlaf, der mich für lange Zeit in seinen Bann gehalten hat. Doch mit der Sonne kommt auch die Angst zurück. Angst vorm Tode; Angst davor dass wir nicht überleben werden. Gegen Ende Dezember wurden Keyo und Nanuk geboren, meine beiden Jungtiere. Was wenn ich für mich und die Kleinen jetzt jedoch nicht genug zu Fressen finde? Die Menschen zerstören nicht nur einfach den Planeten, sie rotten uns mit jeder neuen Fabrik regelrecht aus. An der Küste beginnt das Eis bereits zu brechen und wer weiß wie lange wir noch an unserem, vermeintlich sicheren Hang bleiben können. Vergebens versuche ich die gefährlichsten Gletscher in der näheren Umgebung zu umgehen, Keyound Nanuk können kaum laufen, wie sollen sie sich dann vor den gewaltigen turbolenten Wassermassen retten können?Schwimmen?? Keinesfalls. Ein Seufzen überkommt mich und ich überhöre schon seit langer Zeit das Knurren meines leeren Magens. Doch wenn ich nicht bald Nahrung bekommen werde, würde keiner von uns überleben! Ich brauche diese Nahrung, sogar sehr dringend, denn über 5 Monate habe ich in meiner Schneehöhle, vergraben im ewigen Eis, geruht und mich um meine Jungen gekümmert. Die langen Monate haben stark an mir gezerrt und ich habe schon über die Hälfte meines eigenen Körpergewichts verloren. Bald würden die Beiden wieder hungrig werden und so sehr ich das Gefühl der Sonne auf meinem Pelz auch genieße, so wird es jetzt jedoch Zeit aufzubrechen. Mürrisch folgen sie mir, hinaus in eine kalte und gefährliche Welt, voller Tücken und Mord. Der Überlebensinstinkt wurde ihnen mit der Geburt geschenkt, sie sind Kämpfer, dass merke ich wenn ich ihnen in die Augen sehe. Augen die mich voller Vertrauen und unschuld anblicken, sie haben noch keine Ahnung….Hoffentlich würden sie nie diesen geldgierigen und falschen Wesen, auch genannt Menschen begegnen. Der Hunger nagt weiterhin an uns, als wir über die verlassene Tundra laufen, den eisigen Wind im Nacken und den Horizont vor Augen. Das Eis und der Schnee reflektieren die Sonne und die sonst so öde und kalte Landschaft verwandelt sich in ein Meer aus abermillionen funkelnden Diamanten. Bei diesem Anblick beginnen Keyo und Nanuk aufgeregt zu bellen und rennen auf die Farben zu. Mit einer Art leichtem Grinsen beobachtete ich sie für eine Weile und beneide sie um ihre Unschuld. Doch dann wird es Zeit weiter zu gehen und so stoße ich beide sanft in die Richtung, in die wir wohl noch eine Weile gehen werden. Immer Richtung Küste, hatte Mutter mir vor 4 Jahren gesagt, kurz bevor sie mich verstieß, dort wirst du Futter finden. Ich kann ja nicht wissen, dass der Vater der Kleinen , dort schon für sich selbst auf der Jagd ist und ihn das Eis nichtmehr trägt. Was wurde nur aus den gewaltigen Eismassen??! Durch die Erderwärmung werden unsere Lebensräume immer kleiner und ich bemerke es sogar schon hier an der Antarktis, denn jedes Jahr, wenn ich meinen Kopf im Frühjahr aus der Höhle stecke und der Sonne entgegenblinzele, so ist immer mehr von meiner früheren Heimat verschwunden. -> Copyright Jasmin J.